Bericht vom Musiklager W40


Die vierzigste Woche im Kalender – für die Meisten wohl eine Woche wie jede andere des Jahres auch. Nicht jedoch für viele Mitglieder der Blasmusikvereine aus dem  ehemaligen Amt Fraubrunnen und Umgebung.

Jeweils am Sonntag vor der vierzigsten Woche werden die Koffer gepackt, die Noten sortiert und das Instrument nochmals auf Hochglanz poliert. Eine Woche voller Musik, Kreativität, Konzentration und viel Spass steht an. So fand auch dieses Jahr das Musiklager "Woche 40" in den Räumlichkeiten der Markthalle Zweismmen statt.

Musik verbindet Generationen.  Während einer Woche studieren Jung und junggebliebene aus dem ganzen Amt Fraubrunnen und Umgebung zusammen ein komplettes Konzertprogramm ein. Während sieben Tagen liegt Musik  in der Luft. In kleinen Gruppen wird an der Technik gefeilt und das eigene Können am Instrument individuell gefördert. Anschliessend wachsen die Stücke in den täglichen Gesamtproben allmählich zusammen.

 

Auch dieses Jahr vermag es der Dirigent Jürg Röösli, der nun schon die zehnte "vierzigste Woche" in dieser Funktion verbringt, die vielen kleinen schwarzen Punkte auf den Notenblättern zum Leben zu erwecken. Aus Noten werden Melodien, aus Melodien Musikstücke. Helle Töne der Holzinstrumente, majestätische Klänge der Trompeten, tiefes Brummen der Bässe, schwierige Rhythmen von den Trommeln, all dies gespielt mit viel Freude und Einsatz jedes Einzelnen wird Stück um Stück zu einem Ganzen.

Musik hat sehr viel mit Fleiss und Disziplin zu tun, jedoch stellen auch Freundschaft und der soziale Aspekt einen sehr grossen Wert in dem jährlichen Musikevent dar. Wenn um 22:00 Uhr die letzten instrumentalen Klänge verstummen ist der Tag noch lange nicht zu Ende. Die einen greifen zu den Jasskarten, anderen zücken die Brettspiele, oder suchen noch ein Beizli im schönen Zweisimmen auf.

Der Weg ist das Ziel. Dies trifft auch auf dieses Musikprojekt zu. Natürlich freuen sich alle Teilnehmer auf das Abschlusskonzert, welches jeweils in zweifacher Ausführung nach dem Musiklager statt findet. Doch der Weg dort hin, die vielen Stunden an gemeinsamem Musizieren, die guten Gespräche, die lustigen Momente über die ganze Woche verteilt, all dies macht das Musiklager, die "Woche 40" zu dem was sie ist.

Doch irgendwann kommt er dann doch, der Moment des finalen Konzertes. Vor grossem Publikum soll das Einstudierte den erwartungsvollen Konzertbesuchern vorgetragen werden. Am Samstag Morgen werden die Zelte in Zweisimmen abgebrochen, um die Reise zum Konzertlokal anzutreten. Dieses Jahr findet das Abschlusskonzert im Saalbau in Kirchberg statt.

 

Einmal dort angekommen werden die traditionellen  Lagershirts verteilt. Was wären jedoch die bunten Shirts wenn sie nicht die Unterschriften aller Teilnehmer tragen würden. So beginnt ein eifriges Treiben um möglichst auf dem eigenen Shirt alle Unterschriften zu ergattern und das eigene Autogramm überall zu hinterlassen.

Sobald jedoch die ersten Konzertbesucher eintreffen steigt allmählich der Puls und die Musikanten finden sich auf der Bühne ein. Mit viel Witz wird durch das sehr abwechslungsreiche Programm geführt. In der Moderation trifft eine junge Musikantin auf eine, ebenfalls von einem jungen Mitglied gespielte, ältere Musikantin.

Ob bewusst oder nicht genau dies stellt das Wundervolle an der "Woche 40" dar: Freundschaften entstehen über Generationen hinweg und werden oft über das Lager hinaus weiter gepflegt. Somit steht die vierzigste Kalenderwoche auch immer wieder für ein Wiedersehen von bekannten Gesichtern und ermöglicht neuen Mitgliedern den Einstieg in die faszinierende Welt der Blasmusik!

Sowohl am Samstag wie auch am Sonntag wird das Konzert vom Publikum mit einem grossen Applaus gewürdigt. Wer am Sonntag richtig hinschaut, entdeckt auch die eine oder andere Wermutsträne bei den Musikanten und deren Leitern, als bewusst wird, dass bereits die einundvierzigste Woche ansteht.

Doch eines ist für alle klar: auch das nächste Jahr hat eine "vierzigste Woche" und auch diese wird im Zeichen der Musik stehen – bestimmt! Somit wird bereits jetzt vom nächsten Lager geträumt, welches zugleich das zwanzigste seiner Art sein wird.